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Die Zivilluftfahrt und die Umwelt

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LÄRM

Auch die Luftfahrt erzeugt Lärmimmissionen. Allerdings ist die Anzahl der belasteten Personen, im Verhältnis zu den anderen Verkehrsträgern, relativ gering.


ÜBERSCHREITUNG DER IMMISIONSGRENZWERTE GEMÄSS LSV

VerkehrsträgerBelastete Personen über IGW* / TagBelastete Personen über IGW* / Nacht
Strasse1'200'000700'000
Schiene70'000140'000
Luftfahrt35'00040'000

Die lärmbelastete Fläche** um den Flughafen Zürich hat in den letzten 20 Jahren, trotz 50% mehr Flugbewegungen, um zwei Drittel abgenommen. In derselben Zeit hat die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten um 83% zugenommen.
* IGW - Immissionsgrenzwert
**60 Leq Tageslärm (IGW ES II)

ENERGIE/CO2

Der zivile Luftverkehr ist mit rund 2% am weltweiten Verbrauch von fossiler Energie beteiligt. Daraus resultiert auch ein Anteil von rund 2% am menschenverursachten CO2-Ausstoss.

Der Luftverkehr trägt weltweit etwa 12% an die CO2-Emissionen des Transportsektors bei.

Ein modernes Verkehrsflugzeug, wie der Airbus A 380, verbraucht auf einem Interkontinentalflug pro 100 km rund drei Liter Treibstoff pro angebotenen Sitzplatz.


KLIMA

Der weltweite Luftverkehr trägt gemäss dem Bericht «Aviation and the Global Atmosphere» der UNEP und WMO (IPCC 1999)* mit 3.5%** zum menschenverursachten Treibhauseffekt bei. Dieser Anteil könnte gemäss IPCC mit zunehmendem Luftverkehr auf etwa 5% im Jahr 2050 anwachsen.
Der Stand der wissenschaftlichen Forschung über die Auswirkungen von Stickoxyden und Wasserdampf aus Flugzeugtriebwerken auf den Treibhauseffekt weist noch grosse Unsicherheiten auf. Die neuesten wissenschaftlichen Studien gehen davon aus, dass diese Stoffe den Treibhauseffekt von CO2 um den Faktor 1.2 verstärken. CO2-Emissionen auf Reiseflughöhe haben dieselbe Klimawirkung wie bodennahe Emissionen (z.B. Strassenverkehr, Industrie oder Heizungen). Je rund ein Drittel des Stickoxydes in Reiseflughöhe stammt aus verfrachteten bodennahen Emissionen, von Flugzeugen oder sind natürlichen Ursprungs (Gewitter).

* Das IPCC ist der wissenschaftliche Beirat der UNEP (United Nations Environmental Program) und der WMO (World Meteorological Organisation).
** Darin sind neben den Auswirkungen von CO2 auch weitere Effekte wie Stickoxide und Kondenzstreifen enthalten.

Aufteilung der CO2-Emissionen nach Sektor:

Stromerzeugung, Wärme: 32%
Landgewinn, Abholzung: 25%
Produktion, Bau, Industrie: 16%
Transport (alles ausser Luftfahrt): 15%
Luftverkehr: 2%
übrige: 10%
(Quelle: World Research Institute WRI)

Die Luftfahrtbranche setzt sich für eine weitere Verringerung der Treibhausgasemissionen ein. Dieses Engagement basiert auf:

1. Säule: technischer Fortschritt
(z.B. emissionsärmere Triebwerke, leichtere Flugzeuge, alternative Treibstoffe aus nachwachsenden Ressourcen)

2. Säule: operationelle Massnahmen
(z.B. kürzere, direktere Flugrouten, treibstoffsparende An- und Abflugverfahren)

3. Säule: effizientere Infrastruktur
(z.B. bessere Nutzung des Luftraums und der Flughäfen)

4. Säule: ökonomische Instrumente
(z.B. freiwillige CO2-Kompensation, Emissionshandel)

Emissionshandel
2012 hat die EU ein Emissionshandelssystem (Emission Trading System, ETS) eingeführt. Betroffen sind alle Flüge, die in einem EU-Land starten oder landen, also auch Fluggesellschaften ausserhalb der EU. Ein ETS ist ein Cap-and-Trade System. Die betroffenen Fluggesellschaften erhalten 85% der CO2-Emissionen von 2005 frei, für den Rest inkl. Wachstum müssen sie auf dem Markt Zertifikate kaufen, die beweisen, dass andernorts durch Massnahmen CO2 eingespart wurde. Die Luftfahrt ist nicht prinzipiell gegen die Einführung eines ETS. Hingegen muss eine solche Massnahme global eingeführt werden. Ein regionales ETS wie das EU-ETS wirken wettbewerbsverzerrend und führt zu Umwegen über Hubs ausserhalb Europas, was zu mehr Emissionen führt.
Aufgrund internationalen Drucks hat die EU die Einführung vorerst um ein Jahr verschoben. Sie erwartet von der internationalen Gemeinschaft (ICAO) konkrete Massnahmen. Falls im Herbst 2013 eine entsprechende Einigung für ein globales System erzielt werden kann, will die EU auf die Einführung eines europäischen Systems verzichten.